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Nach Adamus St. Germain aus der Abundance Clinik, Memoiren eines Meisters

Der Meister saß an einem wunderschönen See an einem warmen, sonnigen Tag und angelte. Er liebte das Angeln, weil es ihm die Gelegenheit gab, in der Natur zu sein und seine natürlichen Fähigkeiten der Fülle zu praktizieren. Es scheint, dass in dem Moment, in dem er die Angelschnur ins Wasser wirft, ein Fisch anbeißen würde, obwohl keinerlei Köder am Haken befestigt war. Und dann würde er einfach diesen Fisch einholen, seine Schönheit bewundern und ihn dann natürlich wieder zurück in den See werfen. Es war fast mühelos, doch für den Meister war es eine großartige Möglichkeit, um zu erfahren, dass es zu einem kommt.

Der Fisch kam zu ihm. Sie waren so angezogen, dass er noch nicht einmal einen Wurm am Haken befestigen musste. Während er den Frieden und die Stille dieses wunderschönen Tages in der Natur genoss, hörte er plötzlich ein Rascheln im Busch hinter sich, drehte sich um und sah einen seiner Studenten, Richard, der verzweifelt auf ihn zu kam.

072 Rosa Wolken

Der Meister nahm einen tiefen Atemzug. „Jetzt geht das schon wieder los“, sagte er zu sich. „Es ist Richard.“

Richard ging zum Meister und sagte: „Meister! Meister! Ich bin in einem schrecklichen Zustand. Trotz all der Kurse, die ich besucht habe, trotz all der Lehren und des Studierens befinde ich mich in einem schlimmeren Zustand als je zuvor. Ich bin pleite. Ich kann meine Rechnungen nicht bezahlen. Mein Auto ist in der Werkstatt, und ich habe nicht genug Geld, um es wieder auszulösen. Ich hänge mit den Raten für mein Haus hinterher, und die Chancen stehen gut, dass ich es verlieren werde. Ich habe kaum genug Geld für Essen. Meister! Meister! Was kann ich tun? Bitte, ich bitte dich verzweifelt um Hilfe. Sag mir irgendetwas, Meister. Teile mir irgendwas mit, Meister. Doch ich stehe am Abgrund. Ich denke, Meister, ich werde die Grenze überqueren. Ich möchte nicht mehr leben.“

Der Meister nahm einen tiefen Atemzug und lachte in sich hinein, natürlich nicht laut hinaus, sondern lachte in sich hinein, denn er hatte dies schon so viele Male von Richard und von vielen anderen gehört. Der Moment der Verzweiflung, doch potenziell ein wichtiger Moment, denn Momente wie dieser waren Zeiten, in denen die Menschen anscheinend die größten Veränderungen machten – oder auch nicht.

Also sagte der Meister: „Lieber Richard, wie viel Geld brauchst du, um deine Probleme zu lösen? Wie viel Geld ist es, das du benötigst?“

Und Richard nahm einen tiefen Atemzug und sagte: „Meister! Meister! Ich brauche nur fünftausend Dollar.“

Und der Meister, ohne irgendeinen Ausdruck in seinem Gesicht zu zeigen, lachte in sich hinein und sagte sich: „Dummer Richard, er hätte um fünfzigtausend Dollar bitten sollen.“ Doch er ist so verzweifelt, so begrenzt in seinen Gedanken und sogar in seiner Vorstellungskraft, dass er nur um fünftausend Dollar gebeten hat.

Der Meister hielt lange Zeit inne, natürlich absichtlich, spielte das ganze Drama aus, das er mit Richard gehabt hat, und genoss es eigentlich eher, denn der Meister sah sich selbst vor ungefähr fünf Lebenszeiten in Richard. Verzweifelt, immer noch sich von anderen Leuten nährend, immer noch, trotz all der Kurse und Schulen und allem anderen, immer noch darauf bestehend, dass die Dinge außerhalb von ihm lagen, anstatt in seinem Inneren.

Schließlich sagte der Meister: „Richard, ich leihe dir das Geld. Ich werde dir das Geld geben, fünftausend Dollar.“ Und der Meister griff in seine Tasche, und obwohl er vorher keinerlei Geld in seine Taschen gesteckt hatte, fand er, als er seine Hand hineinsteckte, plötzlich fünftausend Dollar, genau das, was er brauchte. Und so läuft das bei den Meistern.

Nun, ob er nun tatsächlich morgens intuitiv Geld in seine Tasche gesteckt hatte, wissend, Richard würde vorbeikommen oder nicht, so hatte er es vergessen, weil es egal war. Das Geld war da. Der Meister wusste noch nicht einmal, wo er das Geld her hatte. Es war einfach da, und er stellte es nicht in Frage.

Also übergab er Richard das Geld, stückweise jeweils hundert Dollar, es ihm vorzählend. Richards Augen waren weit geöffnet. Er konnte nicht glauben, dass der Meister ihm tatsächlich das Geld gab. Er konnte nicht glauben, dass er nun hergehen und seine Probleme lösen, seine Rechnungen bezahlen konnte und sein Auto repariert bekam.

Natürlich versprach er dem Meister in diesem Moment der Verzweiflung eine Menge Dinge. „Ich werde es dir zurückzahlen, Meister, mit Zinsen.“ Der Meister lachte in sich hinein. „Hier lügt er schon wieder.“ Richard sagte: „Oh Meister, ich werde niemals je vergessen, was du für mich getan hast.“ Und der Meister lachte wieder und sagte: „Ja, ja, und an einem dieser Tage wirst du mich entweder vergessen oder mich betrügen, aber das spielt keine Rolle.“

Der Meister beendete die Geldübergabe an Richard, und Richard rannte los, kaum ein echtes Danke, kein aufrichtiges Danke. Der Meister widmete sich wieder dem Angeln, zog einen Fisch nach dem anderen herein. „So einfach ist es“, dachte der Meister, „diese ganze Sache mit dem Angeln. Es ist wie das Leben. Es kommt zu dir. Du nimmst, was du brauchst. Du gibst den Rest zurück, doch du begrenzt dich niemals.“

Sechs Monate später saß der Meister draußen in einem Café, genoss wieder einmal das wunderschöne Wetter und hatte einen Karamell-Macchiato mit dreifachem Espresso (Lachen), mit drei Schokoladen-Croissants, denn seht ihr, ein Meister hält keine Diät. Ein Meister kümmert sich nicht um all diese Dinge. Das ist was für begrenzte Menschen, die denken, dass die Dinge schlecht für sie sind. Der Meister könnte alles essen. Ob es Fisch wäre, oder ob es ein Karamell-Macchiato wäre, es wäre egal. Und der Meister könnte fünf davon trinken, und es wäre egal, denn sein Körper würde immer auf ihn reagieren. Es wäre egal, dass dort viele Kalorien enthalten wären oder zu viel Coffein oder was die Wissenschaftler über Kaffee sagen würden, oder was auch immer. Der Meister hatte das Kommando über seinen Körper und seine Energie, also reagierte dieser auch angemessen auf ihn.

Während er sein wunderbares Getränk an diesem wunderschönen, sonnigen Tag schlürfte, schaute er zufällig auf und bemerkte Richard, der vorbei lief. Richard sah schrecklich aus. Seine Kleidung war zerlumpt. Seine Haare waren zerzaust. Er hatte mittlerweile einen langen, schäbigen Bart, ausgetretene Sandalen und schmutzige Füße.

Der Meister dachte bei sich, „So sollte ein Meister nicht aussehen“, und natürlich war Richard kein Meister.

Der Meister rief nach ihm und sagte: „Richard! Richard! Komm für einen Moment rüber. Trink eine Tasse Kaffee.“ Richard sagte: „Aber, ich, ich, ich, ich habe keinerlei Geld. Ich kann mir keine Tasse Kaffee leisten.“ Der Meister sagte: „Nun, das ist sehr schade. Ich nehme an, du kannst mir zuschauen, wie ich meinen genieße.“

Nun, der Meister hatte ihm einst fünftausend Dollar gegeben, man könnte meinen, dass der Meister ihm leicht eine Tasse Kaffee kaufen könnte, sogar puren Kaffee. Doch der Meister war es jetzt leid, dieses Spiel zu spielen.

Der Meister sagte: „Richard, was ist geschehen? Was ist mit dem Geld passiert? Was ist mit deinem Leben passiert?“

„Oh Meister, Meister! Es war furchtbar. Ich nahm das Geld und holte mein Auto aus der Werkstatt, doch eine Woche später war ich in einem schrecklichen Unfall verwickelt und habe mein Auto zu Schrott gefahren. Es hat Totalschaden.“ Und er sagte: „Und noch dazu war ich eines abends in einem Laden und Diebe kamen, Räuber, und sie nahmen das meiste vom Rest des Geldes. Und das bisschen, was ich übrig hatte, gab ich einem Freund, der so schrecklich verzweifelt war, sodass ich nichts mehr übrig habe.“ Und er sagte: „Im Grunde, Meister, bin ich mehr verschuldet als jemals zuvor.“

Und Richard sagte: „Meister, würde es möglich sein – bitte, ich werde dich niemals, niemals wieder fragen, ich verspreche es – mir heute weitere fünftausend Dollar zu geben. Ich werde sie dir gerne am Dienstag zurückzahlen.“ Oh, das ist dumm. „Ich werde dir gerne den Rest von dem ganzen Geld in sechs Monaten zurückzahlen, das ganze Geld, natürlich mit Zinsen, Meister.“

Der Meister nahm einen tiefen Atemzug und sagte: „Nein. Nein Richard. Ich wollte dir einen Punkt beweisen, und das habe ich. Und der Punkt ist der, dass du in einem Muster bist und nicht bereit bist, dort hinauszugehen. Und dieses Muster heißt „gerade genug.“ Du bist in diesem Bewusstsein von „gerade genug,“ und egal, ob ich dir zehntausend Dollar oder fünfzigtausend Dollar gegeben hätte, ich hätte vorhersagen können, dass wir uns genau wie jetzt treffen würden, und dass du wieder einmal pleite sein würdest, wieder einmal verzweifelt, wieder einmal versuchen würdest, dich von mir zu nähren, wieder einmal dich selbst belügen würdest. Einmal war genug, Richard. Nie wieder.
Und Tatsache ist, Richard, nicht nur, dass du mir die fünftausend Dollar von vorher plus Zinsen schuldest, sondern du schuldest mir auch all die Kurse, zu denen du gekommen bist. Und ich möchte dich nicht eher wiedersehen, bist du mir jeden einzelnen Cent vollständig zurückbezahlt hast.“

Ende der Geschichte. Das war lustig. (Adamus kichert.) Memoiren eines Meisters – immer mit einem lustigen Ende. (Einige lachen.)

Ja, so ähnlich ist es mir auch ergangen… Ich musste recht drastische Schritte unternehmen, um dieses Muster abzustreifen. Auf der energetischen Ebene sah es so aus, als wenn sich eine Jacke aus mir herauslöst, die mit ihren Fasern in jeder einzelnen meiner Zellen verankert gewesen war. Ich muss sagen, es war schwer, so etwas ist schwer zu entfernen. Man funktioniert weiter und weiter in dem Muster, als wenn die Nadel eines Schallplattenspielers in immer der gleichen Rille herumläuft und auch, wenn sie aufhören will, weil sie es nicht mehr erträgt, das Muster funktioniert weiter. Man kann es nicht scheibchenweise loslassen sondern nur insgesamt. Alles auf einmal!

Aber: Es geht! Und seit dem kommt tatsächlich alles einfach zu mir… aus Quellen, aus denen noch nie etwas gekommen war. Alles scheint wie von Geisterhand von ganz allein zu passieren. Ich muss gar nichts mehr tun!