Schlagwörter

, ,

Ich habe gerade etwas gefunden, was ich im November 2013 geschrieben hatte. Auch wenn das für mich längst überholt ist, finde ich doch, dass es für andere interessant sein könnte…

Gestern war wieder Shoud-Tag. Und ich hab es das dritte Mal in Folge vergessen. Das gibt zu denken!

Den ganzen Tag hab ich mich reichlich mies gefühlt, so dass ich lieber hinter Videos verschwand, als irgend etwas von dem zu tun, was ich sonst so zu tun pflege. So auch spät abends. Mitten im turbulenten Filmgeschehen merkte ich, dass ich auf einer anderen Ebene mit jemandem sprach. Ich versuchte, ihm zu erklären, dass bei den Shouds ja doch nichts für mich rüberkäme. Was Adamus da bespricht, geht voll an mir vorbei. Warum soll ich mir noch mehr Frust antun… So etwa lief das ab, bis das Stichwort Shoud in mein Tagesbewusstsein drang, und ich plötzlich hellhörig wurde, auf den Kalender blickte und sofort das Video abstellte und rein ins Internet, der Shoud lief ja schon eine ganze Weile.

Genauso plötzlich, wie ich von Video auf Shoud umschaltete, setzten starke Kopfschmerzen ein. Ich musste ein paar Tabletten einnehmen, sonst hätte ich nicht auf dem Stuhl sitzenbleiben können.

Blogbild 960x350-ct

Das für mich Wesentliche war eigentlich nur der Schluss, als Adamus einen Dreamwalk mit uns machte. Das bedeutet nur, dass man auf die innere Ebene geht, um dort bspw. mit seiner Seele zu reden. Der wichtige Hinweis war, als er sagte, dass wir unsere Seele fragen sollten, was dabei passiert, wenn wir uns mit ihr verbinden.

Was mich bisher abgehalten hatte, war die Angst vor dem Unbekannten. Wenn ich eine Klippe runter springen sollte, dann weiß ich in etwa, was dabei alles passieren kann. Ich kann die möglichen Gefahrenpunkte kalkulieren. Und auch, wenn ich diese nicht wirklich überblicken oder kontrollieren kann, weiß ich doch, dass sie da sind. Das gibt ein gewisses Maß an Sicherheit.

Wenn ich mich jetzt mit meiner Seele verbinde, d. h. den göttlichen Teil in mein Menschendasein integriere, dann weiß ich nur, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor (jedenfalls denke ich das aufgrund diverser Informationen). Und da tauchte jetzt die Frage auf: Will ich das Leben überhaupt, das ich gar nicht kenne, und von dem mir eigentlich auch niemand sagen kann, wie das werden wird, weil es sich um Neue Energie handelt, die keiner mehr vorhersagen kann. Will ich ein völlig unberechenbares Leben leben?

Bis jetzt hat sich mein Leben immer nur verschlechtert, besonders in den letzten 12 Jahren, so lange ich auf diesem Aufstiegsweg bin. Was kann ich aber erwarten, wenn mir keiner mehr etwas vorhersagen kann? Adamus & Co. schwärmen davon ja geradezu, aber wovon eigentlich, wenn doch nichts vorhersagbar ist? Wie komme ich dazu anzunehmen, dass es mir je besser gehen würde, wenn das doch keiner sagen kann? Und worauf lasse ich mich da ein?

Ich hab immer noch das Gefühl, dass mir all das, was ein normales Menschenleben so ausmacht, vorenthalten wurde. Ich habe für andere gelebt, für die Menschheit, für das Karma meiner Mutter, für den Aufstieg, für Transformation, um eine Relaisstation zu sein, wie Seth sich ausdrückte… nur für mich hab ich nicht gelebt. Und was kommt nun, wenn nichts vorhersagbar ist?

Ich wäre bereit, ohne hinzusehen, von einer beliebigen Klippe zu springen. Aber von einer beliebigen Stelle auf der Erde nach oben in ein unbekanntes Nichts zu springen, scheint mir doch eine andere Sache zu sein. Ein Teil in mir hat mehr als nur Todesangst. Wenn ich sterbe, weiß ich in etwa, was mich erwartet. Ich hab genügend auf meinen Wegen als Sterbebegleiter gesehen und gefühlt, so dass mir das überhaupt keine Angst mehr macht. Doch hier geht es ums Leben, hier auf der Erde leben wie ein bunter Hund, mit der integrierten Göttlichkeit, irgendwann schon für jedermann fühl- und bemerkbar. Nun ja, wenn es nur das wäre. Aber wie sieht so ein Leben denn wirklich aus? Das sind die Unbekannten in dieser Gleichung. Ich weiß weder, wie diese Verbindung sein wird noch was daraus dann entsteht, und ob ich das überhaupt will.

Ich merke aber auch bei all dieser Grübelei (und ich schreibe das auf, weil es bestimmt noch viele andere betrifft), dass es gar nicht so sehr darum geht, irgendeine Unbekannte aufzulösen sondern vielmehr darum, diesen Teil in mir, der solche Angst hat, zu ehren mit all diesen Emotionen. Es geht darum, die Angelegenheit zu beleuchten, mal genau hinzusehen, hinzufühlen, was ist eigentlich da? Und was fehlt mir? Was will ich, was bin ich bereit, auf mich zu nehmen und was nicht. Kann ich mich (meine Angst) überwinden, oder brauche ich noch mehr entscheidungsträchtige Faktoren, bis es soweit ist?

Mit Gewalt geht gar nichts, kein Aspekt wird überrumpelt oder ausgetrickst, niemand wird gezwungen. Wenn etwas nicht geht, dann ist das nur temporär so. Die Dinge ändern sich, und versagen kann man gar nicht. Oder würdest du behaupten wollen, eine Blume, deren Blüte du vorgestern erwartet hast, die sich aber erst heute öffnet, hätte versagt?

Ich bin froh, dass ich die wichtigste Stelle aus dem Shoud doch noch mitbekommen habe, dass ich mich das doch noch wissen ließ, so dass ich heute in der Lage bin, diese „Beleuchtungsarbeit“ zu leisten. Nur hinsehen, was eigentlich da ist, das bedeutet schon, sich selber zu ehren. Und wenn alle Faktoren, ob bekannt oder unbekannt, vorhersagbar oder unvorhersehbar, ausgebreitet vor mir liegen werden, bin ich auch in der Lage, eine Entscheidung zu treffen. Die dann umzusetzen, wird wesentlich einfacher sein, als wenn alles, was wichtig dabei ist, im Dunkeln bleiben würde.

Und so ist es eigentlich immer mit der Angst: Die Angelegenheiten, die Angst machen, einfach ansehen, beleuchten… ohne eine Lösung anzustreben, nur hinsehen…