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Menschen lieben Beziehungen, sie definieren sich über Beziehungen. Ich bin wer, weil ich jemandem die Hand schütteln durfte, der allgemein bekannt oder beliebt ist.

Unmerklicher geschieht das in sehr engen, persönlichen Beziehungen, in Paarbeziehungen. Viele Männer schmücken sich mit einer schönen Frau. Frauen dagegen suchen vorrangig Sicherheit in einer Beziehung. Sie sind es, die die Kinder aufzuziehen haben. Früher war der Sicherheitsfaktor für den Nachwuchs extrem wichtig, heute nicht mehr so sehr, aber es sitzt immer noch im Menschen drin.

Der Partner hat also bestimmte Pflichten zu erledigen. Einer dient dem anderen für einen bestimmten Zweck, der oft von anderen Glaubenssätzen überlagert wird, so dass er kaum für die handelnden Personen sichtbar ist. Meist spricht man von Liebe, wenn man eigentlich meint, den anderen zu brauchen oder von ihm gebraucht zu werden. Dabei ist „brauchen“ nur ein Synonym für Abhängigkeit, was mich zu dem eigentlichen Punkt bringt, weil ich das gerade in meiner Umgebung beobachten kann: Wenn Paare zusammenbleiben, dann sehr häufig deswegen, weil sie voneinander abhängen.


Meeting M.T. Keshe in Rome

Wenn jetzt ein Partner beginnt, eigene Wege zu gehen, z. B. will er ein paar Tage allein verreisen oder einen Workshop zu einem (nur) für ihn interessanten Thema besuchen, dann geschieht in aller Regel das, was sich überall und immer wieder beobachten lässt: Der andere zieht die Schlinge um den Hals des Partners zu. Es soll nichts verändert werden, es soll so sein, wie es immer war, jede Änderung, die nicht gemeinsam beschlossen und von beiden gleichermaßen gutgeheißen wurde, ist potentiell gefährlich für die Beziehung, weil passieren könnte, was nicht passieren darf: Einer von beiden könnte dahinter kommen, dass der ewig gleiche Stillstand langweilig geworden ist. Er könnte nach Abwechslung verlangen, nach Entwicklung seiner Persönlichkeit. Vielleicht möchte sich der andere ja über sich selbst definieren, nicht mehr über den Beziehungspartner?

Ja, richtig, es könnte Leben ins Leben kommen, es könnte passieren, dass man allein vielleicht glücklicher ist, es könnte passieren, dass man sein Glück anderswo sucht und sogar findet. Aber solange man in der Beziehung festhängt, ist Lebendigkeit etwas, was mehr und mehr einschläft, bis man irgendwann das Gefühl hat, festgefahren zu sein, in der Routine zu ersticken, nur noch ein Rädchen in einem Uhrwerk zu sein.

Diese Art von Beziehung findet man oft bei Menschen mit großen Ängsten, solchen, die viele schlechte Erfahrungen gemacht haben, und für die Mangel ein Thema ist.

Eine gute Beziehung zeichnet sich dadurch aus, dass man den anderen freigibt, weil man begriffen hat, dass man nicht abhängig ist, dass man allein stehen kann und keinen als Krücke missbrauchen muss. Eine gute Beziehung ist erst mal eine, die man zu sich selbst entwickelt. Man kann immer nur das geben, was man selber in sich hat, ob das nun Liebe oder Angst ist, ob das Reichtum und Fülle oder Mangel und Enge ist.

Im Außen das zu suchen, was in uns liegt, ist vergeudete Zeit. Im Partner das zu suchen, was man nicht zu haben, aber von ihm bekommen zu können glaubt, ist müßig, weil es da nicht ist. Der andere ist ebenso ein Suchender, auch er wird nicht fündig, und wenn beide sich nicht ihrem eigenen Inneren zuzuwenden bereit sind, werden sie bestenfalls unglücklich und frustriert werden können.

Der Weg nach innen führt ins Glück… Und manch einer ist bereit, ihn dir zu zeigen, weil er selber diesen Weg bereits gefunden hat.

Noch ein Tipp: Coach