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Vor einiger Zeit wollte meine Tochter mit mir nach Malta fahren. Ich wollte eher nicht, weil ich gerade mit dem Entwurf einer neuen Webseite beschäftigt war und das, obwohl im angrenzenden Haus seit Monaten gebaut wird, was eine sehr erhebliche Lärmbelästigung war. Eigentlich wäre ein Urlaub schon ganz passend…

Im Hinterkopf fragte ich mich, wieso ich mir bloß Baulärm erschaffen habe. Eigentlich sollte ich es mir wert sein, in Ruhe zu leben. Und wenn schon, dann wäre es doch durchaus angemessen, wenn die Nachbarn wenigstens mein Stillhalten nicht für selbstverständlich nehmen, sondern irgendwie anerkennen würden. Und das haben sie dann auch in Form eines Reisegutscheines.

Meine Tochter wollte plötzlich gar nicht mehr nach Malta, und irgendwie hatte ich das Gefühl, es sei Spanien, wo ich hin… „sollte“. Doch ich war mehrfach in Spanien in den letzten Jahren, ich wollte auch mal was anderes sehen. Also betrachtete ich die Welt auf google earth. Und dabei hatte ich immer wieder das Gefühl, als wedle jemand mit beiden Händen nach Spanien, westwärts, westwärts… Gott, was soll ich da bloß?


Hello – Adele – Sam Tsui, Casey Breves, KHS Cover

Ich googelte ein wenig herum, dabei fiel mir immer wieder ein Hotel ins Auge, immer wieder das gleiche. Und endlich sah ich auch mal auf der homepage des Reisebüros nach, was die überhaupt anzubieten hätten. Und auch da war dieses eine bestimmte Hotel, was mir immer wieder unterkam. Ich fuhr dann endlich zum Reisebüro, um mir etwas anbieten zu lassen, denn das Richtige hatte ich noch nicht gesehen… glaubte ich.

Im Reisebüro bot man mir Reisen an, die doppelt so teuer waren wie vergleichbare im Internet. Ich fragte dann nach dem einen Angebot von deren Homepage. Nach langem Suchen fanden wir das dann auch endlich, und ich buchte, weil es ja eigentlich egal ist, Hauptsache weg…

Und nachdem ich mir dann noch einmal die Umgebung des Hotels auf google earth angesehen hatte, war ich auch hochzufrieden, denn das Hotel liegt direkt am Meer mit Privatstrand. Es gibt viele kleine Sandstrände dort, man kann Fahrräder mieten oder auch Ausflüge machen, perfekt also, um Ruhe zu genießen und Sonnenuntergänge zu fotografieren. Aber was „soll“ ich da bloß? Einen Abend später kam die Antwort in Form von inneren Bildern. Es ist ein Potential, das ich gewählt habe. Ich werde jemanden treffen, mit dem ich irgendwie zusammenarbeiten werde.

Und das ist das Faszinierende daran: Der Verstand hätte dieses Potential niemals erkennen können, denn er weiß nichts davon, dass diese eine bestimmte Person zur selben Zeit auch dort sein wird, er weiß nichts davon, was wir zusammen machen können, er weiß eigentlich von fast gar nichts, außer das, was er bereits kennt. Aber diese Person kenne ich nicht, jedenfalls nicht auf der menschlichen Ebene. So weit, so gut.

Gestern Abend fiel mir ein, mir die Buchungsbestätigung mal genauer anzusehen. Dort war aufgeführt, bis wann ich die Anzahlung zu leisten hätte, und wann die Restzahlung fällig wäre. Aber nirgendwo war eine Bestätigung, dass ich bereits mit dem Gutschein bezahlt habe. Mir war plötzlich ganz unwohl im Bauch. Was, wenn die ankommen und auf Bezahlung drängen?

Ich beschloss, mir zu vertrauen, dass das schon so in Ordnung sei. Aber als ich zu meinem Tagesgeschäft übergehen wollte, kamen immer wieder Gefühle auf, die es mir geraten erscheinen ließen, doch lieber mal hinzufahren, und mir die Zahlung bestätigen zu lassen. Es würde mich beruhigen. Nach einigen wirklich drängenden Gefühlen schmiss ich dann mein Zeug hin und fuhr los.

Oh je, mir war, als hätte ich in ein Wespennest gestochen, so empört war die Inhaberin. Sie tat, als hätte ich sie beleidigt, weil ich eine Quittung haben wollte. Es sei nicht üblich, einen Gutschein zu quittieren, da ich die Reise ja nicht bezahlt hätte… toll.

Ich hab geschimpft wie ein Rohrspatz und mich gefragt, warum ich mir das nun wieder zugemutet habe…. Die Antwort kam diesmal schneller: Ich sollte Vertrauen in meine eigene Schöpfung haben. Und da stand ich nun und lachte nur noch…

Ich habe gar nicht mehr gewusst, dass ich diesen Text kurz nach der Reise aufgeschrieben hatte. Und eben fällt er mir wieder in die Hände.

Ich hatte im Urlaub keineswegs eine Person getroffen. Es war Nachsaison und ich offenbar die einzig Deutsch oder Englisch sprechende Person dort. Ich konnte auch kein Fahrrad mieten und keine Ausflüge machen. Aber ich konnte am Steilhang sitzen und aufs Meer hinaus sehen (neben der Möglichkeit zum Baden, die Luft war immer noch 31 Grad warm).

Was ich faszinierend fand: Ich sah ein Brautpaar am Strand unten, die wohl fotografiert wurden. Ich nahm die Kamera raus und filmte. Zu Hause dann fiel der Groschen. Die Szene hatte ich Jahre zuvor bereits auf der inneren Ebene gesehen. Ich ging mit meiner Seele und noch einigen Wesen neben dem Brautpaar her. Ich konnte damals diese Szene nicht einordnen, ich konnte es auch nicht, als ich die Szene vom Steilhang aus beobachtete… ich brauchte noch ein paar Wochen, bis mir klar wurde, dass ich dort eine „Person“ getroffen hatte, die körperlos war. Das Brautpaar sollte mich eigentlich nur drauf bringen, „Hochzeit“ mit dieser körperlosen Person zu machen. Es war nämlich meine andere Hälfte. Ich habe die Dualität in mir zusammengeführt, indem ich meinen weiblichen und männlichen Part in mir vereint habe.

Ja, und jetzt arbeite ich mit dieser „Person“ zusammen.