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Lehrer Serie, Shoud 1

Die „alten“ Shouds, ein unschätzbares Material, das wir erschaffen haben, um uns nachfolgenden Menschen eine Orientierung auf ihrem eigenen Weg zur Erleuchtung oder Realisation zu geben, habe ich jetzt in eine lesbarere Schrift umformatiert und den einzelnen Jahrgängen ein neues Outfit gegeben. Ich kam nicht umhin, hier und da auch mitzulesen, während ich die Absätze zusammenrückte oder auseinandergerissene Zeilen zusammenfügte. Von daher findet ihr jetzt so einige der Perlen aus den vergangenen Jahren hier im Blog. Für manchen ist das eine Erinnerung, für andere ist das neu.

Diese eine Geschichte kurze Geschichte, die Tobias uns erzählte, möchte ich euch nahebringen. (Wer Tobias kennt, weiß, dass seine kurzen Geschichten immer besonders lang waren. Von daher hier nur den ersten Teil, wer weiterlesen möchte, nehme den Link zum PDF.)

Diese Geschichte habe ich auch so ähnlich erlebt. Ich war 5 oder 6 Jahre jung, lag abends im Bett (ohne mütterliche Gebetsanordnung), und plötzlich saß eine Frau an meinem Bett, die ich nie gesehen hatte, aber sie kam mir soooo vertraut vor, sie war so lieb, ich fühlte eine nie gekannte Freude in mir.

Mein Leben sah etwas anders aus als das der kleinen Emma aus der Geschichte. Es war auch nicht das Jahr 1965, aber im Prinzip war es doch sehr ähnlich. Aber lest selber, es ist die Geschichte von Emma, stellvertretend für Shaumbra, der „Familie auf dem Weg nach Hause“…


1 – Tobias-Shoud 1, It’s Happening Now, August 2, 2008

Tobias:

Wir gehen jetzt zurück in das Jahr 1965. Wir werden nun gemeinsam eine kleine Reise unternehmen. Die meisten von euch haben zu dieser Zeit hier auf der Erde gelebt und wenn nicht, begleitet uns trotzdem auf dieser Reise in die Vergangenheit.

1965, es ist früh am Abend, kniet ein süßes kleines Mädchen da vor ihrem Bett auf dem Boden und betet. Sie betet, weil ihre Mutter dasteht und zuschaut, um sicher zu gehen, dass sie nicht vergisst zu beten, bevor sie ins Bett geht. „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name…“

Wir werden dieses kleine Mädchen dort Emma nennen, wir nennen sie Emma. Emma ist die kollektive Energie, sie ist sehr wirklich, und sie ist gleichzeitig die kollektive Energie von allen Shaumbra. Einige von euch haben vergleichbare Erfahrungen gemacht wie sie, andere von euch nicht, können das aber sehr gut nachvollziehen. Sie betet vor ihrem Bett und ihre Mutter schaut zu.

Aber Emma hat gar keinen Bezug zu diesem Gebet. Sie hat es schon hundert oder tausend Mal gebetet und es ist für sie immer diffus geblieben. Sie hat es nie verstanden. Sie hat die Worte auswendig gelernt, aber sie hat nicht wirklich verstanden, was sie bedeuten sollen. Aber die Energie dieses Gebets hat sie gespürt. Sie hat die Angst gespürt beim Beten. Sie hat gespürt, dass da wohl jemand genau aufpasst und sie beurteilt. Sie mochte das Beten nicht, aber ihre Mutter bestand darauf. Es war nicht nur, weil sie dabei knien musste, es war auch nicht deshalb, weil sie lieber etwas anderes machen wollte, aber dieses Gebet versetzte sie immer in eine Art von Angst und das taten auch die anderen Gebete, die ihre Mutter sie lehrte. Aber Emma betete, um ihre Mutter zufrieden zu stellen. Emma betete, weil sie dachte, ihre Mutter würde sich dadurch vielleicht besser fühlen.

Das Leben war nicht einfach gewesen in letzter Zeit. Emmas Vater und Mutter hatten sich vor etwa einem Jahr scheiden lassen. Es gab finanzielle Schwierigkeiten. Emma konnte die Angst ihrer Mutter fühlen, eine Angst, die früher nicht da gewesen war. Sie hatte immer gelächelt, gelacht, gesungen, und nun waren da Sorgenfalten auf dem Gesicht ihrer Mutter zu sehen. Sie sprach mit strenger Stimme, gesungen wurde nicht mehr. Emmas Mutter musste sich um sie und ihre zwei älteren Brüder kümmern. Die beiden mussten übrigens nicht mehr beten, denn die Mutter war es einfach leid, mit ihnen darüber zu streiten. Nun war es an Emma als einzige in der Familie, die ganze Verantwortung für dieses Gebetsritual zu tragen.

Emmas Mutter saß meistens am Tisch und las die Zeitung während des morgendlichen Frühstücks. Emma mochte dieses Gefühl ebenso wenig. Sie konnte beobachten, dass ihre Mutter sich dabei Sorgen machte über solche Dinge wie Krieg. Manchmal sprach sie leise mit einer Freundin über einen möglichen Atomangriff. Sie sprach über Politik und solche Sachen, über Prominente, Menschen in Führungsrollen, die ermordet worden waren. Emma fühlte die Schwere und die Traurigkeit in sich und wusste nicht, was sie dagegen tun sollte. Sie empfand diese Gefühle als ihre eigenen, und sie trug diese Last der ganzen Welt auf ihren Schultern, als ob es ihre eigene wäre.

Nachdem ihre Mutter ihr einen Gutenacht-Kuss gegeben hatte und das Licht ausgeschaltet hatte, musste die Mutter immer die Tür einen Spalt breit offen lassen, denn Emma hatte Angst vor der Dunkelheit. Aber es war nicht nur das, sie wollte weiterhin die Energie ihrer Mutter fühlen, denn sie machte sich Sorgen um ihre Mutter und um ihre Brüder, auch um die weiteren Verwandten und um die ganze Welt. Würde die Welt am Morgen noch da sein?

Als Emma dann an diesem Abend im Bett lag und ihren Teddybär an sich drückte, er war ihr ständiger Begleiter… Sie hielt also ihren Teddy im Arm und sprach an diesem Abend ein richtiges Gebet. Die anderen, das waren die Pflichtgebete, um der Mutter eine Freude zu machen, aber nun betete sie richtig und sagte:

„Lieber Gott, ich weiß nicht, wer du bist. Ich glaube nicht, dass du der bist, zu dem ich gerade gebetet habe. Ich weiß nicht, wo du bist, aber ich glaube nicht, dass du so weit weg bist. Lieber Gott, pass bitte auf meinen Hund Skip auf, denn ich liebe ihn sehr, und ich weiß manchmal nicht, ob ich alles richtig mache mit ihm. Lieber Gott, kannst du bitte auch auf meine Brüder aufpassen, denn sie sind dumm. Sie sind Teenager, und ich mache mir Sorgen um sie. Und lieber Gott, mein Vater will wegziehen. Er hat jemand anderen gefunden und will aus unserer Stadt wegziehen. Ich mache mir Sorgen um ihn. Könntest du auch nach ihm schauen? Und mehr als alles andere, mache ich mir Sorgen um meine Mutter, denn ich glaube, es geht ihr nicht gut im Moment. Sie sorgt sich um mich, aber eigentlich sorge ich mich um sie. Lieber Gott, bitte kümmere dich um die Welt, denn um sie mache ich mir auch Sorgen. Ich höre Geschichten, und sie ist wohl auch nicht froh zurzeit. Ich mache mir um viele Dinge Sorgen, lieber Gott, und ich kann mit anderen Leuten nicht darüber sprechen. Mit meinem Teddybär schon, aber er hört nur zu und antwortet mir nicht. Ich hab auch versucht, mit meinem Hund Skip zu sprechen, aber er will immer nur spielen. Jetzt spreche ich mit dir. Ich mache mir Sorgen um die Welt, und ich weiß nicht, was ich tun soll. Hilf mir zu verstehen, denn heute Abend hab ich so ein komisches Gefühl im Bauch. Es geht mir überhaupt nicht gut. Ich glaube, mir wird schlecht. Ich weiß ja nicht, was mit mir los ist, aber wenn du mich jetzt hörst, dann zeig mir das, bitte.“

In diesem Moment begann sich Emma mit ihrem Bett zu drehen. Ihre Augen waren geschlossen, und sie klammerte ihren Teddy an sich. Sie hatte das Gefühl, ihr Bett würde herumwirbeln. Sie traute sich nicht, die Augen aufzumachen, denn sie hatte Angst, da könnte vielleicht ein Ungeheuer unter ihrem Bett sein und ihr Bett in der Luft herumwirbeln, und das Ungeheuer würde nur darauf warten, sie dann gleich verschlingen zu können. Die Augen wollte sie nicht aufmachen, aber sie konnte spüren, wie sich alles drehte und immer schneller und schneller wurde. Sie dachte, sie würde sich jetzt übergeben müssen und gleichzeitig schreien, was sicher keine gute Idee wäre. Sie holte also tief Luft und sagte: „Lieber Gott, hab ich etwas Falsches gesagt? Hab ich dich verärgert? Lieber Gott, bitte mach, dass dieses Drehen aufhört, denn ich kann nicht mehr.“ Und als sie gerade losschreien wollte und nach ihrer Mutter rufen, hörte das Drehen auf…

Auf Seite 175, zweiter Absatz beginnt die Geschichte, die Fortsetzung von hier an ist auf Seite 176, dritter Absatz …

Die anderen Shoud-Serien sind hier.