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Irgendwie kam ich gestern Abend drauf, ich erinnerte mich an eine Zeit aus meiner Kindheit. Damals war ich viel allein, meine Eltern arbeiteten. Ich musste morgens meine Schwester in den Kindergarten bringen, dann ging ich in die Schule, was ich sehr gerne tat, denn wir hatten eine wunderbare Lehrerin. In der Mittagspause kam mein Vater nach Hause, machte meinem Bruder und mir etwas zu essen, dann ging er wieder. Und mein Bruder verschwand auch bald. Und so war ich allein, was ich sehr genossen habe. Ich streifte im Garten umher, dessen hinterer Teil an die Parallelstraße grenzte, so groß war er – und so verwildert. Heute steht dort eine Kirche, wo damals unser riesiger Birnbaum wuchs, der so herrliche weiche, zarte und überaus süße Birnen abwarf, so dass die Bienen und Wespen der ganzen Stadt sich über unser Fallobst hermachten.

Oder ich spielte auf dem Dachboden, auf dem die Vorgänger viele ihrer Sachen zurückgelassen hatten. Es gab dort z. B. einen alten Korbstuhl ohne Beine, den ich vor das kleine Fenster rückte, um einen tollen Überblick über die ganze Nachbarschaft zu haben. Gelegentlich sah ich meine Zukunft wie einen Film an mir vorüberziehen oder Freunde, körperlose Freunde ohne Namen, die mir etwas von meiner Aufgabe erzählten. Gelegentlich tauchte auch Sanat Kumara auf, dann gingen wir auf den Gartenwegen spazieren. Ich erinnere mich, dass ich, so klein wie ich war, immer zu ihm hoch sehen musste, bis ich das satt hatte und … dschum… einfach mein Erwachsenen-Ich ausfuhr. Ich sehe heute noch seinen Blick!


March 2016 Energy Forecast – Lee Harris

Ich beobachtete Schmetterlinge beim Schlüpfen aus der Puppe oder erfuhr von einem meiner unsichtbaren Freunde, dass Kennedy plante, den Mount Shasta in die Luft zu sprengen, was zur Folge haben könnte, dass der ganze amerikanische Kontinent auseinanderbricht. Ich ließ meinen Körper stehen und sauste rüber, um nachzusehen, was in meinem Berg los ist. Ab und zu kam ich kurz zurück, um nachzusehen, ob meinem Körper Gefahr drohe, was nie der Fall war, denn auf dem Grundstück war außer mir kein Mensch. Oder ich erinnere eine Szene, bei der Adamus an das steinerne Geländer der Veranda gelehnt mit mir über das Buch sprach, das ich gerade mit ihm schreibe. Er war häufiger in meinem Leben, als ich dachte…

In dieser Zeit entfaltete sich das, was man Spiritualität nennen könnte, ganz gewaltig. Es begann schon ganz früh, ungefähr mit knapp drei Jahren, aber zu der Zeit, als ich so viel und gern allein war und mit mir sehr glücklich, da explodierte diese Fähigkeit geradezu, wie z. B. Wesen zu sehen, den Körper zu verlassen oder Dinge einfach zu wissen, die noch gar nicht geschehen waren.

Ich habe mich an die Unbeschwertheit erinnert, an dieses Treibenlassen, nichts zu tun zu haben, keine Sorgen, kein Problem, kein gar nichts… Dabei entfaltet sich das, was innen liegt, von ganz allein. Es ist keine Kraft nötig, kein Tun, man muss nichts anschieben, nichts wollen, kein Ziel haben… Es ist das, was Adamus Erlauben nennt.

Ich glaub, jetzt hab ich es völlig begriffen. Ich muss mich nur von allen Sorgen, Ängsten und Nöten befreien, muss eine glückliche Grundstimmung schaffen, Zeit haben zu träumen, meinem Gefühl folgen und eigentlich nichts weiter tun, als einfach nur zu sein. Dann kommt das andere ganz von allein. Man kann nicht seinen Körper verlassen, weil man das mal erleben will, man kann es aber aus einer Stimmung heraus geschehen lassen, wenn es einen Grund dafür gibt, und man sich (lange) vorher in diesen unbeschwerten Seinszustand bringen und möglichst dauerhaft darin halten kann.