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Früher hatte ein Arzt so etwas Heiliges an sich. Er wusste Dinge, die wir nicht wissen konnten. Und er „sah“ mehr, als uns bewusst war. Bis meine Mutter in die Klinik musste, wegen Vergiftung aufgrund einer Überdosierung ihrer diversen Medikamente. Man behandelte sie schlecht und verächtlich, weil man der Meinung war, sie hätte sich umbringen wollen. Und Selbstmörder sind natürlich mit Verachtung zu strafen, oder?

… bis mein Vater nach seinem dritten Herzinfarkt von seinem Arzt, bei dem er sich nach der Entlassung aus der Klinik vorstellte, zu hören bekam: Und nun ruhen Sie sich noch eine Woche aus, dann gehen Sie wieder arbeiten.

… bis mein Arzt mich in die Klinik zu Ultraschalluntersuchung der Venen schickte, weil er auf versteckte Thrombose tippte, was in Wirklichkeit eine Arthrose im Sprunggelenk ist. Dass man kaum vierzig Jahre mit einer versteckten Trombose herumläuft, schien für ihn nebensächlich.

Und als ich dann bei einem Arzt, einem Professor, angestellt war, hatte Seine Heiligkeit vollends ausgedient.


Remembering the Vision – from Kharisma Shoud 4

Ein Arzt ist ein Mensch, der einen Job macht. Und wie das so ist, der eine ist recht gut und geschickt darin, der andere ist halt Mensch, mit allen Fehlern und Schwächen. Heilen kann er dich nicht. Er kann dir Chemie verschreiben, die in dein Körpersystem eingreift. Manchmal ist das ja durchaus hilfreich, aber meistens bringt es deinen eigenen Heilungsprozess nur durcheinander. Jetzt muss dein Körper nicht nur mit der eigenen Krankheit umgehen, sondern auch noch mit Stoffen kämpfen, die das innere Gleichgewicht eher stören.

Dein Körper drückt das aus, was in deinem Inneren vor sich geht. Er ist ein sich selbst heilendes System, er ist so programmiert. Und das funktioniert umso besser, je mehr du auf ihn hörst. Er spricht mit dir, jedenfalls versucht er es. Wenn du eine Störung feststellst, dann frage dich zuerst: „Wo in mir ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten?“ Das ist die Stelle, an der du ansetzen solltest. Es kommt immer aus deinem Inneren, aus der Psyche. Lerne, Probleme zu lösen und als nächsten Schritt, Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen. Ein gewisses Feingefühl ist dafür nötig. Hast du es nicht, wird es höchste Zeit, dein Gefühl wieder zu erlauben!

Ich habe früh gelernt, dass niemand mir helfen kann, wenn ich mal krank bin. Und ich habe erkannt, dass es immer ein ungelöstes Problem ist, das dahinter liegt. Das zu lösen, während man krank ist, ist schwer, also habe ich bei den ersten Anzeichen eines Schnupfens nach einem Problem gesucht (und leider auch immer eins gefunden). Es war noch nicht einmal ansatzweise gelöst, da war die Krankheit schon wieder weg. Mein Körper wollte nur, dass ich ERKENNE… Nur hinsehen, dass da etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Eigentlich gehen wir zum Arzt, dass er uns helfen soll zu erkennen, dass etwas nicht so ganz richtig zu sein scheint. Wir suchen Unterstützung, aber er hat es nie gelernt. Er ist der hilflose Helfer. Wir erleben es jeden Tag. Also: Selbst ist der Mann oder die Frau! ALLES beginnt bei dir!