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Ich beschäftige mich gerade wieder mit der Arbeit an dem Buch, das ich schreibe. Aus diesem Grund muss ich mich unter anderem auch durch eine Menge „Kirchenkram“ durcharbeiten. Ich finde es gelegentlich sehr lustig, wenn ich irgendetwas lese, und dabei gleich mehreren meiner vergangenen Inkarnationen auf einer einzigen Seite begegne. Aber das nur nebenbei.

Da ich so ein paar Heilige „in der Familie“ habe, also Lebzeiten hatte, Aspekte, die im Nachhinein heilig gesprochen wurden, möchte ich dies mal ein wenig beleuchten.

Erzähle ich jemandem, dass ich ein armseliges Leben als Bauer Willi in Lustnau gelebt habe, der Ärmste der Armen, dann ist der geneigte Zuhörer willens, mir das abzunehmen. War ich Lisbeth, die Nonne, die den Pastor angegrabbelt hatte, bis man sie aus dem Kloster schmiss, wo sie als Hure elendiglich im Straßengraben verreckte … das wird gern geglaubt (und das dreckige Grinsen dabei kaum unterdrückt).

War ich aber der Apostel Paulus oder Aurelius Augustinus, der Bischof von Hippo (zwei der so genannten Kirchenväter), da reißen die Leute eher den Mund vor unausgesprochenem Unglauben auf. Das geht einfach nicht!


Abraham Hicks, Why Jesus came?

Und wenn ich nun noch sage, ich war auch Boemund, der Fürst von Antiochia, oder habe mit Mark Twain gelebt oder Kolumbus, dann hält man mich für überheblich, das geht auf keinen Fall! Immer diese Berühmtheiten, hight society, nein danke.

Nun… ich hab die meisten anderen Namen vergessen, aber Tony Schumacher, (die Schriftstellerin neben Johanny Spyri oder Agnes Sapper) war darunter, Ptolemäus und Joachim von Fiore, der erste Shaumbra auf der Welt. Er hat eine Vision von der neuen Erde gehabt, die ihn fast vor die Inquisition gebracht hätte, wäre er nicht vorher gestorben. Und heute ist er selig gesprochen, er wird mein dritter Heiliger werden.

Je nachdem, wie du reagierst, kannst du erkennen, wo du dabei stehst. Glaubst du zu gern meine armseligen Geschichten, spiegelt das dein eigenes Wertgefühl. Du siehst durch deine Brille auf etwas, und was dabei an Gefühl, besser: an Emotion hochkommt, teilt dir etwas über dich selber mit. Kannst du an meine Heiligen nicht glauben, weil du meinst, die müssten irgendwie über allen anderen stehen, und können auf keinen Fall etwas mit dieser kleinen, armen, alten, eingebildeten Frau zu tun haben, dann ist es wieder deine Brille, durch die du etwas zu erkennen glaubst. Aber alles, was du erkennst, bist du selber. Du projizierst es nur auf mich.

Was ich sagen will: diese Heiligen … wenn man mal die Kirchengeschichte näher beleuchtet, dann wird deutlich, fast nichts davon ist wirklich göttlich. Es waren und sind Menschen, die das, was irgendwer in der Vergangenheit gesagt oder aufgeschrieben hat, durch ihre eigene Brille betrachteten und beurteilten. Abgesehen davon beurteilt man auch gerne so, dass es dem eigenen Vorteil dient, d. h. man dreht und wendet es solange, bis es einem dient. Das nennt man Manipulation.

Im Klartext: Paulus war nicht wirklich ein Heiliger. Er hat die Christenheit zusammenhalten wollen, weil Jesus bereits der dritte Versuch war, die Messias-Energie auf der Erde zu verankern. Und ich – Paulus – wollte endlich diesen Inkarnationszyklus nicht mehr fortführen müssen. Von daher hatte ich es eilig, also ging ich runter und tat, was zu tun war, um die Leute bei der Stange zu halten. Es war zu meinem Vorteil. Ist das heilig? Wenn es das ist, dann bin ich heute wohl noch heiliger.

Aber was ist „heilig“ überhaupt? Wenn es sich um etwas handelt, das hier von der irdischen Ebene stammt, kann man davon ausgehen, dass es sich um etwas handelt, was dem Papsttum, dem größten Manipulateur aller Zeiten, zu dessen Vorteil dient(e). Wieder egoistisch, wieder manipulativ … Es gibt hier überhaupt nichts Heiliges an sich, außer man macht es dazu, indem man – aus welchem Grund auch immer – ein Symbol daraus macht, indem man gewisse Energien in etwas hinein verdichtet, zum Beispiel in das Wort Heilig. Aber man kann aus allem ein Symbol machen, aus einem Stück Stoff, für das die Leute sich im Krieg erschießen lassen, einen Schal, für den man sich von Hooligans zusammenschlagen lässt oder eine Stellung, die man sich für Geld erkauft. Es ist egal. Es ist Energie, die sich nach einer gewissen Zeit wieder lösen wird, denn das ist ihre Natur.

Und wer macht diese Symbole? Immer jene, die sie für etwas brauchen, das ihnen dient.

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