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„Klappern gehört zum Handwerk“, sagt man und „wer angibt, hat mehr vom Leben“.

Das wird im Allgemeinen als großspurig bezeichnet, einer, der angibt, will mehr sein als die anderen oder vielleicht auch mehr, als er selber momentan noch ist. Doch warum haben wir was dagegen, wenn einer seine Fähigkeiten und Werte derart vorführt?

Zum einen hat das mit unserem minderen Selbstwert zu tun. Wir mögen nicht daran erinnert werden, dass wir nicht die Größten sind. In dem Moment, in dem einer angibt, kommen wir uns (ganz heimlich) kleiner vor als der andere. Der hat ja immerhin etwas, mit dem er protzen und prahlen kann.

Aber meist fühlen wir uns nur abgestoßen von einem solchen Verhalten, weil es unecht klingt. Der andere muss angeben, weil er selber sich so klein fühlt. Es ist eine künstliche Aufwertung, vor allem dann ersichtlich, wenn nichts hinter den Worten steht, wenn also der Beweis nicht erbracht werden kann, dass er wirklich etwas hat, was diese großspurigen Worte wahr sein lässt.


Merabh Beyond Mediation – with Adamus St. Germain

Genau genommen ist Angeben oder Prahlen aber etwas, was der Schaffung des Gewünschten vorausgeht. Zuerst ist der Entschluss da: Ich will dies oder jenes besitzen oder schaffen. Dann kommt die Auseinandersetzung mit dem Thema, was sich in der Form zeigen kann, dass man darüber spricht, auch großspurig prahlt, als hätte man es schon. Und je mehr man sich den Gedanken zu eigen macht, je mehr man in in Besitz nimmt und daran glaubt, desto leichter und eher fühlt man sich so, als wäre es schon so. Das ist der Moment, in dem die inneren schöpferischen Anteile aufs Tapet kommen: Sie erschaffen dir das, was du fühlst.

Aber leider, leider hast du dich von deinen Zuhörern ja kleinkriegen lassen. Ihren spöttischen Blicken hast du dich gebeugt, hast den Mund gehalten, hast gezweifelt, ob sie nicht Recht haben könnten, hast dein Projekt noch einmal überdacht, es zurückgestellt, hast den Mund gehalten, hast dich wieder so klein gemacht wie alle anderen … nur nicht auffallen. Wer hoch hinaus will, kann auch tief fallen. Schuster, bleib bei deinen Leisten! Nur nicht auffallen, dann tut dir auch niemand etwas. Wer die Schnauze aufmacht, kriegt eine drauf!

So kanns gehen. Und so wird nie was aus dir werden!

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