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Jemand sagte mal recht nebensächlich diesen Satz zu mir: „Ich muss eine gute Performance für meinen neuen Chef abgeben.“

Als ich ihm dann entgegnete, ob der Chef auch versucht, eine gute Performance für ihn abzugeben, schluckte er nur. Es kam keine Antwort. So etwas war offenbar außerhalb seiner Vorstellungskraft. Um das Gespräch nicht abreißen zu lassen, versuchte ich zu verdeutlichen, dass es etwas mit seinem Selbstwert zu tun haben könnte. Daraufhin bekam ich die bittere Anklage zu hören: „Du kennst mich doch gar nicht, wie kannst du so etwas sagen?“

Ich kann – und zwar ganz einfach: Der Mensch lebt in Mustern. Kenne ich meine eigenen Muster, dann erkenne ich diese wieder, auch wenn ich vielleicht nur einen einzigen Satz vom anderen höre. Dieser eine Satz steht für das gesamte Muster und sogar noch darüber hinaus. Ich bin sofort im Bild, einfach nur deshalb, weil mir das Muster vertraut ist. Und von diesem einen lässt sich relativ leicht auf ähnliche Muster schließen, die dazu passen.

Je besser man sich selber kennt – und das ist die einzige Person, die man wirklich kennenlernen kann – desto leichter erkennt man das ganze Gebilde, das aus gar nicht mal so vielen verschiedenen Mustern besteht.

Nur wer keine Ahnung hat, wer er selber ist, versucht, andere Menschen kennenzulernen, macht sich Hoffnungen, hat Erwartungen und ist irgendwann enttäuscht, wenn der andere einfach anders ist, als er dachte.


Merabh for Allowing – from Kharisma Shoud 11
Text auf Deutsch hier: Kharisma Serie, Seite 266 (Im Absatz: Ihr, als der Mensch … Beginn in der Mitte: Das ICH BIN kümmert sich um alles …)

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