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Ich lese gerade zum Thema Kreuzzüge (Die Kreuzzüge in Lehrplan und Schulbuch: eine fachwissenschaftliche, fachdidaktische und politische Analyse bayerischer Geschichtslehrpläne und -bücher des 20. und 21. Jahrhunderts, von Hansjörg Biener):


„Mitte der sechziger Jahre hielt es Erhard Schmidt, früher Volksschullehrer im Würzburger Raum, nun Dozent an der PH Landau, für eine „pädagogische Verstiegenheit […], unseren Schülern selbständigen Umgang mit Quellen zuzumuten. Die führende Hilfe des Lehrers bleibt unentbehrlich, auch in einer Abschlussklasse – und wir werden ohnehin nur dort an einem Text arbeiten können – , seine Aufgaben sind dann folgende: 1. den Text sprachlich vereinfachen, 2. Wesentliches hervorheben, 3. Nebensächliches streichen, 4. zeitgenössische fremde Ausdrücke durch sinngleiche, den Schülern geläufige oder bekannte Wörter ersetzen, 5. zu selbständigem Entdecken anregen, 6. zu eigenem Entscheiden hinführen.“

In diesem Zuschnitt ist es fast naheliegend, dass Quellen zur Illustration bzw. Bestätigung des Unterrichts dienen, kaum aber der selbsttätigen Entdeckung des historisch Anderen und Fremden.“


Wenn ein Lehrer die Führung einfach nicht abgeben will, die Schüler nicht herausfordert, sondern verdümmlicht, indem er Sprache vereinfacht, Texte zubereitet wie eine Mahlzeit und sich einbildet, er könne Menschen zu eigenen Entscheiden hinführen, während er sie zu seiner eigenen Entscheidung hinführt, dann ist er ein sehr schlechter Lehrer, der seine Schüler langweilt. An einem solchen Unterricht hat niemand Freude, weil nur gilt, was der Lehrer für richtig hält. Dieses Verhalten erstickt jegliche Neugier und jeden Forscherdrang, der Schüler passt sich an, erzielt eine bestimmte Note, dann vergisst er den Mist sofort wieder, und wenn er sich später erinnert, dann nur an das, was ihm eingegeben wurde, was sozusagen in das Hirn runtergeladen wurde.

Das nennt man Gehirnwäsche. Eigenes Denken wurde rechtzeitig erstickt, rechtzeitig, bevor Mensch selber Spaß am Thema haben und zu eigener Suche und eigenen Schlüssen kommen konnte.

So wurdest auch du programmiert, nicht nur in der Schule, auch zu Hause, im Familien- und Freundeskreis, über Zeitungen und Fernsehen.

Viele, viele Menschen bestehen aufgrund eigener Minderwertigkeitsgefühle darauf, von anderen anerkannt zu werden, auch wenn das bedeutet, dass das eigene Denken der anderen unterdrückt wird und nur gilt, was der eine (Lehrer, Chef, Vater, Rundfunk- oder Fernsehsprecher) sagt und denkt. Dieses Übel ist nur zu weit verbreitet. Hier findet sich ein gutes Beispiel, wie subtil so etwas geschieht. Hat man einmal die Augen dafür geöffnet, dann ist es so offensichtlich, dass man schreien möchte!


Just Passing Through – with Adamus St. Germain through Geoffrey Hoppe
Text auf Deutsch hier: Discovery Serie, Seite 163 oben, 2. Absatz (Mitte), „Doch in diesem Merabh möchte ich von euch…“
Vielen Dank für deinen Ausgleich